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8. - 10. November 2022 / Nürnberg, Germany

BrauBeviale Newsroom

Design-Sonderschau: time to rethink – Design Edition

Zwei Glasflaschen
Ungewöhnliche Formensprache oder neue Verpackungsmaterialien – Design gibt wichtige Impulse für die Entwicklung einer Markenpersönlichkeit // © Mark Braun Studio

Im Kontext der BrauBeviale Special Edition 2020 gehen bayern design und die NürnbergMesse mit der Design-Sonderschau time to rethink – Design Edition einen neuen Weg. Die beiden Veranstalter*innen begreifen die Möglichkeiten digitaler Ausstellungsformate als Chance und Erweiterung. Deshalb präsentieren sie in digitalen Videointerviews die Menschen und Perspektiven dahinter. Die digitale Sonderschau anlässlich der BrauBeviale Special Edition ist auf www.myBeviale.com und www.bayern-design.de zu sehen.

Design in der Getränkebranche

Agilität und Resilienz sind Schlüsselwörter für Fähigkeiten, mit denen sich Unternehmer*innen stets auf Veränderungen und neue Realitäten einstellen. Seit einigen Jahren schon präsentieren bayern design und die NürnbergMesse in Kontexten unterschiedlicher Fachmessen Beispiele für eben solche Ansätze aus dem Design-Bereich. Sie zeigen den jeweiligen Branchen anschaulich, welche neuen Wege eingeschlagen werden können und wie man über Methodik und Zielstrebigkeit ein Differenzierungsmerkmal und USP erreichen kann, der der Schlüssel zum Erfolg nachhaltigen Unternehmertums ist.

Strategischer Einsatz der Kleinserie

Designer*innen, Unternehmer*innen, aber auch Expert*innen aus Bereichen wie Digitalisierung, Marketing, Produktentwicklung und Nachhaltigkeit stellen dort nicht nur jeweils ein Exponat zur Schau, sondern erläutern auch Beweg- und Hintergründe und stellen auf unterschiedliche Art und Weise dar, welche neuen Wege sie durch die Kleinserie und die Entwicklung neuer Produkte und Kommunikationswege gehen konnten – sowohl in großen als auch in kleineren und mittleren Unternehmen. Das Innovation LAB auf der Center Stage der BrauBeviale@stage und www.bayern-design.de ergänzt die digitale Ausstellung anschaulich mit Live-Beiträgen zu neuen Handlungsfeldern in den Bereichen Life-Centered Design (Lena Jüngst, Air Up), Brand Design (Lukas Dudek, taste!) und Materialinnovation (Aart van Bezooijen, Material Stories).

Da die Kleinserie einen Möglichkeitsraum für eben solche Handlungsfelder schaffen kann, steht sie ganz bewusst im Fokus der Ausstellung. Sie bietet die Gelegenheit, neben dem Kerngeschäft neue Märkte und Materialien experimentell zu erforschen. Längst ist die Kleinserie weit mehr als nur Spielfeld impulsiver Ideen. In der Getränkebranche wird sie strategisch eingesetzt. Sie erschließt neue Lösungen und disruptive Ansätze für zukunftsrelevante Themen, bietet die Möglichkeit zur Erfassung neuer Wertemodelle, zur Weiterentwicklung des eigenen Rollenverständnisses und zur Übernahme sozialer sowie umweltgerechter Verantwortung. Am Ende steht die Schaffung neuer Alleinstellungsmerkmale, die die eigene Position im Markt nachhaltig stärkt.

Selbstreinigende Trinkflasche und Leuchtelemente auf Labels

Mit einer neuartigen Trinkflasche, die sich über UV-Strahlen selbst reinigt, setzt Justin Wang, CEO von LARQ aus Kalifornien, ebenso auf neue technologische Einsatzmöglichkeiten wie auch Marco Graeber vom Start-up INURU aus Berlin, der Einsatzwege für OLED-Technologie präsentiert, mit der Leuchtelemente auf Labels gedruckt werden können – nach eigener Aussage bezahlbar und auch in größeren Serien.

Gänzlich neue Produkte für den To-go-Markt entwickeln Martin Gruber und sein Team von up2u aus Nürnberg und die Produktdesignerin Carina Frings von Udo Duo aus Köln. Während up2u mit „MuC – my useful cup“ einen To-go-Becher auf den Markt bringen, der sich praktisch verkleinern lässt, verzichtet Udo Duo komplett auf den Becher und präsentiert einen flexiblen Deckel, der jede Tasse mobil macht.

Biologisch abbaubare Dosen-Trays und soziale Verantwortung

Einen Schritt weiter geht Jorge Reynoso mit E6PR aus Mexiko-Stadt. Die Four- oder Sixpack-Halter für Getränkedosen bestehen aus biologisch abbaubarem und essbarem Material und tragen somit zu einer sauberen Umwelt bei.

Soziale Verantwortung übernehmen auch 15 Frauen, vertreten von Lisa Reimann (LESS Studio) und Silke Philipps-Deters (Designforum Rheinland-Pfalz), die gemeinsam mit 13 weiteren Frauen ein Weißwein-Cuvée aus dem Rheinland mit einem bewusst überraschenden Markenauftritt auf den Markt brachten. Der Erlös von „Trinkt mehr M!LCH“ kommt discovering hands zu Gute, einem Verein, der sehbehinderte Frauen zu medizinisch-taktilen Brustkrebs-Untersucherinnen ausbildet.

Mit den Konsumgütern unserer Gesellschaft setzen sich gleich zwei Exponate auseinander. Für das tunesische Design-Label Marlo&Isaure entwickelte der Schweizer Produktdesigner Dimitri Bähler eine Serie handgefertigter Pitcher und Trinkgläser, die sich von der Formensprache industriell hergestellter Produkte ableitet.

Glasdesign und Getränkekisten aus Holz

Mit dem Càntir 2020 gestaltete der spanische Industriedesigner André Ricard die diesjährige Pitcher-Edition für das Museu del càntir in Barcelona und beweist eindrucksvoll, wie ein jahrhundertealter Alltagsgegenstand neu gestaltet und in seiner Funktion sogar noch verbessert werden kann.

Laura Jungmann entwickelte aus ihrer Diplomarbeit gemeinsam mit dem Glasbläser Cornelius Réer eine Produktreihe, mit der sie Industrieprodukte wie eine einfache Bierflasche verändern und ihnen durch eine Umformung einen neuen Zweck und eine neue Bedeutung verleihen.

Christoph Böninger von Auerberg entwickelte für Die Neue Sammlung die BOTTLE BOX, eine aus hochwertiger Eiche und Fichte gefertigte, vielfach einsetzbare Getränkekiste, inspiriert von der reduzierten Formensprache des Ulmer Hockers.

Dass mit einer eigenen Flasche ein ikonografisches Alleinstellungsmerkmal für eine Marke geschaffen werden kann, zeigt Mark Braun mit seiner Wodka-Flasche für das Baden-Badener Label Bénazet, die in ihrer Formensprache elegant auf den Produktionsprozess des Getränks, aber auch auf lokale architektonische Merkmale eingeht.

Keramikflasche und Selfie-Kampagne für Budweiser

Nicht nur an eine neue Flasche, sondern auch an einen komplett neuen Markenauftritt inklusive neuem Material haben sich Kevin Roberson und sein Team vom kalifornischen Swig Studio gewagt: Die Keramikflasche für Bozal Mezcal ist ein gelungenes Objekt, das tradierte Gefäße und Herstellungsweisen neu interpretiert.

Mit „20 Stories“ gelang dem griechischen Caparo Studio eine wunderbar illustrative Kampagne, die das 20-jährige Bestehen von Lidl Hellas mit 20 unterschiedlichen Geschichten auf Weinetiketten zelebriert und mit dem D&AD Wood Pencil eine der prestigeträchtigsten Auszeichnungen der Werbebranche erhielt.

Ebenfalls illustrativ arbeitet Eva Wünsch, die mit ihrem Collage-Stil für the bottled bar auf traditionelles Material zurückgreift, jedoch mit einem behutsamen und aufmerksamen Auge für eine diverse und vielfältige Gesellschaft.

Ein perfektes Feingefühl für gesellschaftliche Phänomene hatten Julie Rutigliano und Fernando Passos von der New Yorker Agentur Jones Knowles Ritchie. Für die #selfiebud-Kampagne spiegelten sie einfach das Etikett auf Budweiser-Flaschen damit es bei mit dem Smartphone aufgenommenen Selfies lesbar ist. Die Kampagne dieses einfachen und analogen Eingriffes ging viral und bescherte dem Team – ebenso dem Caparo Studio für Twenty Stories – ebenfalls einen D&AD Wood Pencil.

Weinflasche für den Briefkasten und automatisiertes Design

Santiago Navarro und sein Team von Garçon Wines sehen sich mit ihrem neuen Letterbox Wine als radikale Disruptor*innen des gesamten Weinmarktes. Im Schnitt von vorne unverändert zeigt sich ihre aus recyceltem PET hergestellte Weinflasche von der Seite als abgeflachte Alternative, die so problemlos durch Briefschlitze im britischen Letterbox-Format passt und somit vor allem für Online-Händler*innen die Distribution entscheidend vereinfacht.

Ähnlich radikale Möglichkeit zur Veränderung bietet generatives Design im grafischen Bereich. Patrik Hübner aus Paderborn entwickelte für das australische Wein-Label La Cosette eine Serie von 100.000 individualisierten Flaschenetiketten und sieht in der gestalterischen Interpretation von Daten großes Gestaltungspotenzial für die Zukunft.

Daten von der eigenen Flasche auf das Smartphone zu bringen – dass das technisch bereits sehr gut machbar ist, zeigen mehrere Beispiele unserer Sonderschau: Peter Wills von der schottischen Whiskey-Destillerie Kilchoman setzt auf NFC (Near Field Communication), über die Whiskeyfreund*innen zusätzliche Informationen und Angebote zu Getränk und Marke abrufen können.

Etwas spektakulärer sind Lösungen mit Augmented Reality, die das Flaschenetikett spielerisch „zum Leben erwecken“, wodurch eine neue Kommunikationsebene zwischen Marke und Kund*innen geschaffen wird. Während Florian Koller von Wien Gin die App in Zusammenarbeit mit Design-Studierenden entwickelte, haben Nicola Pavesi und sein Team von Publifarm bereits in unterschiedlichen Branchen Erfahrungen mit dem Einsatz dieser Technologie gemacht und konnten diese im Rahmen ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Weinlabel La Pettegola sinnvoll einsetzen.

Digitale Sonderschau mit 20 Videos

Die bayern design Ausstellung in Kooperation mit der NürnbergMesse zeigt: Ob radikaler Wandel oder sanfte Veränderung – am Ende steht eine Stärkung der eigenen Produkte, der Mitarbeiter*innen und des Außenbildes. Eine Stärkung, deren Erfolg und Akzeptanz erprobt und getestet wurde und die nach einem ganzheitlichen Design-Verständnis alle Beteiligten des Prozesses einbindet. Die Ausstellungsmacher*innen laden dazu ein, die digitale Sonderschau mit ihren 20 Interviews auf www.myBeviale.com zu besuchen.

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